Überblick zum Asiatischen Freihandelsabkommen (AFTA)

In diesem Artikel möchte ich zwei Freihandelsabkommen anschneiden, die in den letzten Monaten geschlossen worden sind.

Das  Erste war das Freihandelsabkommen zwischen Südkorea und den EU-Staaten, das im Juni 2011 in Kraft treten soll. Die beiden Vertragspartner erwarten ein um über 19 Mrd. € größeres Handelsvolumen und betonten, dass insgesamt etwa 2,7 Mrd. € weniger an Zöllen gezahlt werden soll. Das entspricht einer Reduktion von 97%. Das Abkommen ist ein wichtiger Schritt für anhaltenden Erfolg im Weltmarkt und vor allem Deutschland als größter Exporteur der EU wird davon profitieren.

Das andere wichtige Freihandelsabkommen wurde zwischen Taiwan und seinem großen Bruder, der Volksrepublik unterschrieben. China ist jetzt schon Taiwans größter Handelspartner und wichtigster Investitionsstandort. Neben dem Senken der Zölle auf Hunderte von Waren sollen auch Investitionen erleichtert werden und so beide Volkswirtschaften noch weiter integrieren. Nicht nur ökonomisch, sondern auch politisch bessert sich das Verhältnis der beiden ehemalig feindlichen Bürgerkriegsparteien.

Vor allem einige Taiwanesen befürchten jedoch nun von chinesischen Billigwaren überflutet zu werden und kritisieren auch das Heranwachsen an die Volksrepublik, die viele Einwohner des Inselstaates immer noch mit Argwohn betrachten. Vorstellbar wäre eine Entwicklung, wie in Hong Kong, sprich „Ein Land, zwei Systeme“. Im Übrigen steht dieses Abkommen nur am Ende einer Reihe von Abkommen die China in den letzten Jahren geschlossen hat, ein anderes wichtiges war das Freihandelsabkommen mit allen ASEAN-Staaten, sowohl als Ganzem wie auch mit den jeweiligen Einzelstaaten, einer Region, die immerhin mehr als 580 Mio. Einwohner hat. Darüber hinaus haben Indien, China und die ASEAN-Staaten eine Absichtserklärung abgegeben, die riesige Infrastrukturprojekte beinhaltet, die zum einen die südostasiatischen Staaten effektiv verbinden sollen und am Ende auch einen ungestörten Güterverkehr zwischen China und Indien ermöglichen sollen. In Planung sind hier beispielweise das Greater Mekong Subregion Highway Expansion Program, das die Errichtung einer Ringautobahn zwischen Laos, Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar vorsieht oder den Bau einer Eisenbahnstrecke durch die Provinz.

Yunnan in Südchina über Laos, Vietnam, Thailand, Malaysia bis nach Singapur vorsieht und so auch endlich Südchina über die dort liegenden Hochseehäfen eine schnelle und effektive Anbindung an den weltweiten Warenstrom bringen würde.

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